Start Bildungsweg Aufstiegsfortbildung

Bildungsweg 06 von 09

Aufstiegsfortbildung

Geregelte Fortbildungsabschlüsse oberhalb der Ausbildung, vom Meister bis zum Betriebswirt, gefördert über das Aufstiegs-BAföG.

Was ist das?

Aufstiegsfortbildungen sind gesetzlich oder durch Kammern geregelte Abschlüsse, die auf einer Berufsausbildung aufbauen: Meister/in, Fachwirt/in, Techniker/in, Fachkaufleute oder Betriebswirt/in.

Sie sind im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau (DQR 6) oder darüber eingeordnet und öffnen Führungs-, Spezialisten- und Selbständigkeitsperspektiven.

Für wen eignet es sich?

Für Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung und erster Berufserfahrung, die Verantwortung übernehmen oder sich selbständig machen wollen.

Ablauf, Dauer & Abschluss

Ablauf

Vorbereitungslehrgang in Vollzeit, Teilzeit oder im Fernformat, danach öffentlich-rechtliche Prüfung bei der Kammer.

Typische Dauer

Vollzeit meist 4 bis 12 Monate, berufsbegleitend 18 bis 42 Monate.

Abschluss

Öffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss (z. B. Meister/in, Fachwirt/in, Techniker/in), bundesweit anerkannt.

Richtwerte · Stand: 07/2026

Filterstufe 2

Auf deine Situation zuschneiden

Wähle Status und Bundesland, die Seite hebt dann hervor, was für dich gilt. Alle Varianten stehen vollständig auf dieser Seite.

Bei diesem Weg führt dein Beschäftigungsstatus. Er entscheidet über die Förderart. Das Bundesland ergänzt Landesförderungen.

Status
Bundesland

Was gilt, wenn du angestellt oder beschäftigt bist?

Als Angestellte/r läuft Förderung meist über zwei Schienen: den Betrieb (Qualifizierungschancengesetz) und deine gesetzlichen Ansprüche wie den Bildungsurlaub.

Voraussetzungen & Fristen

  • Beratung und Antrag müssen vor Kursbeginn erfolgen. Nachträglich wird nicht gefördert.
  • Für eine Förderung über die Agentur für Arbeit müssen Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sein.
  • Beim Qualifizierungschancengesetz stellt der Arbeitgeber den Antrag, sprich das Thema also früh im Betrieb an.

Steuerlich

Selbst getragene Fortbildungskosten (Gebühren, Fahrten, Material, Prüfungen) setzt du als Werbungskosten in der Steuererklärung ab.

Für diesen Weg: Für diesen Weg ist das Aufstiegs-BAföG die Kernförderung, unabhängig vom Einkommen und ohne Altersgrenze.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme, Details auf den Programmseiten

Was gilt, wenn du arbeitssuchend bist?

Als arbeitssuchende Person ist die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter dein zentraler Ansprechpartner, mit den stärksten Förderinstrumenten überhaupt.

Voraussetzungen & Fristen

  • Zwingend zuerst das Beratungsgespräch bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter. Der Gutschein wird vor der Kursanmeldung ausgestellt.
  • Kurs und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein.
  • Erst nach Bewilligung anmelden: eigenmächtig gestartete Kurse werden nicht übernommen.

Steuerlich

Übernimmt die Agentur die Kosten, gibt es steuerlich nichts abzusetzen, selbst getragene Bewerbungs- und Fortbildungskosten bleiben als Werbungskosten absetzbar.

Für diesen Weg: Auch ohne aktuelle Beschäftigung ist das Aufstiegs-BAföG die Kernförderung dieses Wegs; in Vollzeit kommt ein einkommensabhängiger Unterhaltsbeitrag hinzu.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme, Details auf den Programmseiten

Was gilt, wenn du solo-selbständig bist?

Als Solo-Selbständige/r fällst du aus der klassischen Arbeitnehmer-Förderung heraus. Es bleiben aber drei starke Hebel: statusunabhängige Programme, Landesförderung und die Steuer.

Für dich eher nicht

Der klassische Bildungsgutschein ist für dich eher nicht zugänglich: Er richtet sich an Arbeitnehmer/innen und Arbeitsuchende. Relevant wird er erst, wenn deine Selbständigkeit endet oder konkret zu enden droht, dann hilft die Beratung der Agentur für Arbeit.

Voraussetzungen & Fristen

  • Landesprogramme verlangen fast immer eine Beratung und Bewilligung vor der Kursbuchung.
  • Viele Landesprogramme knüpfen an Betriebssitz oder Wohnsitz im jeweiligen Bundesland sowie an Einkommensgrenzen an.
  • Für das Aufstiegs-BAföG gelten die üblichen Voraussetzungen des angestrebten Fortbildungsabschlusses (i. d. R. abgeschlossene Ausbildung oder Berufspraxis).

Steuerlich

Weiterbildung mit betrieblichem Bezug ist voll als Betriebsausgabe absetzbar und mindert deinen Gewinn, inklusive Reise- und Materialkosten.

Für diesen Weg: Das Aufstiegs-BAföG ist statusunabhängig, als Selbständige/r bist du voll antragsberechtigt. Genau hier liegt für dich die attraktivste Förderung.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme, Details auf den Programmseiten

Was gilt für Unternehmen und Arbeitgeber?

Für Ihr Unternehmen ist die Weiterbildung Beschäftigter direkt förderfähig, zentral über das Qualifizierungschancengesetz, ergänzt durch Landesprogramme für Betriebe.

Voraussetzungen & Fristen

  • Antragstellung vor Maßnahmebeginn über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.
  • Gefördert werden Qualifizierungen mit mehr als 120 Stunden Umfang bei zugelassenen Trägern.
  • Der Fortbildungsabschluss der letzten Jahre bzw. der Zeitabstand zur letzten geförderten Maßnahme wird geprüft.

Steuerlich

Weiterbildungskosten für Beschäftigte sind vollständig als Betriebsausgaben abziehbar; übernommene Kurskosten sind unter den üblichen Voraussetzungen kein Arbeitslohn.

Für diesen Weg: Als Arbeitgeber können Sie Aufstiegsfortbildungen Ihrer Beschäftigten mit Freistellung oder Kostenbeteiligung unterstützen; die staatliche Förderung (AFBG) beantragt die/der Beschäftigte selbst.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme, Details auf den Programmseiten

Abgrenzung: Was ist der Unterschied?

Aufstiegsfortbildung vs. Weiterbildung

Die allgemeine Weiterbildung ist frei gestaltbar; die Aufstiegsfortbildung folgt geregelten Prüfungsordnungen und führt zu geschützten Abschlüssen.

Weiterbildung ansehen

Aufstiegsfortbildung vs. Fernstudium

Das Fernstudium führt zu akademischen Graden, die Aufstiegsfortbildung zu gleichwertig eingestuften Kammerabschlüssen, häufig praxisnäher und AFBG-gefördert.

Fernstudium ansehen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Meister und Bachelor?
Beide liegen auf DQR-Stufe 6. Der Meister ist praxis- und führungsorientiert mit Kammerprüfung, der Bachelor akademisch. Für viele Gewerke berechtigt erst der Meister zur Selbständigkeit mit Ausbildungsbefugnis.
Muss ich das Aufstiegs-BAföG zurückzahlen?
Den Zuschussanteil nicht. Der Rest läuft als zinsgünstiges KfW-Darlehen und davon wird bei bestandener Prüfung ein erheblicher Teil erlassen (50 %).
Geht das auch berufsbegleitend?
Ja. Teilzeit- und Fernlehrgänge sind üblich und ebenfalls AFBG-förderfähig; der Unterhaltsbeitrag gibt es allerdings nur bei Vollzeitmaßnahmen.